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Cosmos Children

Meine Arbeit mit den Kindern vom Cosmos-Centre 2016

 

LINNÉA GONSCHOREK, KINDERKRANKENSCHWESTER AM STOLBERGER KRANKENHAUS, BERICHTET ÜBER IHRE ZEIT IM COSMOS-CENTRE

 

 

MEINE ARBEIT MIT DEN KINDERN VOM COSMOS-CENTRE

 

 

5.April 2016.

Vom ersten Augenblick an, als ich den Hof des Cosmos-Centre betrat und mich sechs Augenpaare anlachten, fühlte ich mich willkommen.

Ich konnte zwei aufregende, schöne und ereignisreiche Monate dort erleben.

Durch meine bisherigen Aufenthalte im Norden Ghanas, wo ich ebenfalls als Kinderkrankenschwester in einem Hospital tätig war, konnte ich schnell in den Alltag der Kinder einsteigen und bei der Versorgung und Pflege helfen.

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Auch den täglichen Unterricht, den die Kinder durch Ayala erhalten, habe ich begleitet und unterstützt. Ich habe teilweise den Rechenunterricht übernommen: dies hat mir viel Spaß gemacht. Es war toll zu sehen, welche Freude die Kinder beim Lernen haben! Sam konnte ich die 2er Reihe beibringen.

Die Kinder lieben es, jeden Tag morgens in die „Schule“ gehen zu können und sind stets auf´s Neue mit Eifer dabei.

Durch Spenden von Freunden und meiner Familie konnte für das Centre ein großer Küchenschrank angefertigt werden, der dringend benötigt wurde. So mussten Speisen und Küchenutensilien nicht mehr wie bisher auf dem Boden aufbewahrt werden.

Da einige der Kinder selbstständig ihre Körperpflege übernehmen, aber nicht alleine ihre Pflegeutensilien bereit legen können, haben wir uns entschieden, ein Regal für das Badezimmer anfertigen zu lassen.

Die Kinder sind stolz, alleine ihre Zähne putzen zu können und nun ohne Hilfe an das Handtuch und den Schwamm zu kommen.

Vormittags habe ich oft mit Ayala Materialien für den Hausbau besorgt (das zweite Gebäude befindet sich in der Fertigstellung) oder in Auftrag gegeben. Die größte Schwierigkeit bestand oft darin, die Materialien ins Centre zu befördern.

Nachmittags habe ich viel Zeit mit den Kindern verbracht.Wir haben uns Spiele ausgedacht, entweder mit dem Ball oder der Murmelbahn oder den Holzklötzen.

Viel Freude hatten die Kinder, wenn sie auf einer Bank, die unter einem Baum an der Straße steht, sitzen konnten und einfach das Leben auf der Straße beobachten konnten.

Für die Kinder war es auch sehr spannend, den Bauarbeitern bei ihren verschiedenen Tätigkeiten zu zuschauen.

Um die Feinmotorik der Kinder zu schulen und sie langsam an eine handwerkliche Tätigkeit heran zu führen, hatte ich kleine Webrahmen mitgebracht. Die Kinder waren sehr motiviert das Weben zu erlernen. Schnell haben sie das Prinzip verstanden und mit Stolz den ersten kleinen Teppich angefertigt. Schnell entwickelte sich das Weben zur Nachmittagsbeschäftigung. Leider war die Wolle bald verbraucht... Sicher wird Patrice Reinhardt im Herbst neue Wolle mitbringen.

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Durch meine pflegerischen Fachkenntnisse konnte ich bald bei jedem Kind individuell sehen, was noch an Hilfsmaterial benötigt wird, wie z.B. verschiedene Knieschienen und Bandagen, Urinflaschen für die Nacht und Schnabeltassen zum einfacheren Trinken.

Patrice hatte mich gut auf meine Zeit im Centre vorbereitet und gesagt, worauf ich achten solle. So habe ich das morgendliche Lauf- und Mobilitätstraining weiter geführt und begleitet. Selbst der Kleinste, Kwadwo, läuft mit angepassten Schienen stolz mit.

Schwierig habe ich den Kontakt zu den Eltern der Kinder empfunden. Sie kommen oft nur auf Nachfrage oder auch gar nicht und beteiligen sich auch zu wenig an der Versorgung ihrer Kinder (Pampers, Kleidung, Nahrung...).

Durch die gute Versorgung der Kinder durch Ayala und den beiden Ma`s konnte ich zwar traurig aber mit einem gutem Gewissen wieder nach Deutschland reisen. Dies war nicht mein letzter Besuch, ich habe die Kinder und das gesamte Centre mit seiner warmen freundlichen Atmosphäre sehr in mein Herz geschlossen.

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Ayala hat fleißig den Garten bearbeitet und bepflanzt, leider ist der Zaun so hinfällig, dass sich immer wieder Ziegen freien Zutritt verschaffen. Hoffentlich wird es trotzdem eine reiche Ernte!